Stacks Image 215

Am 14. Januar 2021 erschien mein erster GROSSRATS-KOMMENTAR in der Neuen Fricktaler Zeitung.
Für eine repräsentative Demokratie
Am Dienstag, 5. Januar 2021, wurde ich in der Umweltarena Spreitenbach als Grossrätin in Pflicht genommen. Ein sehr interessanter Tag mit vielen neuen Eindrücken. Ich sass inmitten der 140 Grossrätinnen und Grossräte des Kantons Aargau, davon rund 31 Prozent Frauen und 69 Prozent Männer.
In der Schweiz repräsentieren Frauen zwar 53 Prozent der Wählenden, auf den Listen der Kandidierenden sind sie jedoch noch immer in der Minderheit. Ich wünschte mir, dass sich künftig mehr Frauen für politische Ämter zur Verfügung stellen würden.
Aus der Diversity-Forschung weiss man, dass homogen besetzte Gremien oft nicht die besten Entscheidungen treffen. Der Grund liegt darin, dass einerseits bestimmte Lebensrealitäten bei der Entscheidungsfindung nicht berücksichtigt werden. Andererseits, weil man sich möglicherweise schlicht zu schnell einig ist und die Entscheidungen allenfalls zu wenig reflektiert sind. Frauen sind nicht bessere Politikerinnen, geschlechtergemischte Teamarbeit verspricht jedoch aus genannten Gründen bessere Ergebnisse. Die Isländerin Vigdís Finnbogadóttir wurde 1980 das erste demokratisch gewählte weibliche Staatsoberhaupt weltweit. Sie sagte: «Eine Gesellschaft, in der ein Geschlecht benachteiligt wird, kann nicht funktionieren. Nur gemeinsam können die Dinge gelingen.» In diesem Sinne möchte ich einerseits Frauen ermutigen, sich in die Politik aktiv einzumischen, sich ein politisches Amt zuzutrauen. Aber auch junge Menschen, die sich für Politik interessieren brauchen wir. In Magden, wo ich auch als Gemeinderätin tätig bin, haben wir im Dezember das Label «Kinderfreundliche Gemeinde» von Unicef erhalten. Im Rahmen des Projekts konnte ich mit vielen interessierten und engagierten Kindern und Jugendlichen zusammenarbeiten. Es ist mir ein Anliegen junge Menschen für die Politik zu motivieren. Sie sollen möglichst niederschwellig die Möglichkeit haben mit den Kommunalpolitikerinnen und -politikern in Kontakt zu treten. In diesem Sinne wünsche ich mir und uns allen eine vielfältige, politisch interessierte und engagierte Gesellschaft, damit möglichst viele Lebensrealitäten in den politischen Entscheidungen widerspiegelt werden können.
Stacks Image 387
Carole
Binder-Meury,
Grossrätin SP,
Magden

Am 5. Januar 2021, dem Tag meiner ersten Ratssitzung, veröffentlichte die Aargauer Zeitung einen Bericht über die drei neuen Grossräte aus dem Fricktal. Hier die Passage, die mich betrifft:
Grossräte starten mit Respekt vor dem Amt – und viel Energie
Heute tagt der Grosse Rat zum ersten Mal in der neuen Legislatur. Beat Käser, Carole Binder und Emanuel Suter freuen sich auf ihre Premiere.
Stacks Image 372
«Fricktal darf nicht zu kurz kommen»: Carole Binder, SP.
Bild: hcw
Carole Binder-Meury (SP) ist «sehr gespannt, auch ein wenig aufgeregt» vor der ersten Sitzung. Die Gemeinderätin aus Magden freut sich «aufs Kennenlernen des gesamten Rates». Ein kleiner Wermutstropfen: «Leider kann aufgrund der Coronasituation die Inauguration nicht wie gewohnt in einem festlichen Rahmen stattfinden, was ich bedaure», so Binder.
Die neue Grossrätin, die neben Claudia Rohrer und Silvia Dell’Aquila sitzen wird, freut sich darauf, aktiv mitwirken und Anliegen der Bevölkerung einbringen zu können. Respekt hat Binder vor der Komplexität der Themen. «Es wird sehr zeitintensiv werden, zu den verschiedenen Geschäften umfassend Bescheid zu wissen, alle Zusammenhänge zu verstehen und mir dazu eine Meinung bilden zu können», ist sie sich bewusst. Dabei werde einerseits die Zusammenarbeit in der eigenen Partei helfen, «andererseits ist es mir jedoch auch ein Anliegen, über die Parteigrenzen hinaus kompromissfähige Lösungen zu finden. Dabei möchte ich immer mit gesundem Menschenverstand agieren und mich selber bleiben.»
Wie Käser hat sich auch Binder gut auf die erste Sitzung vorbereitet und sich in die aktuellen Geschäfte eingelesen. In den ersten Sitzungen will sie zuerst einmal schauen, wie der Ratsbetrieb läuft, und vor allem im Hintergrund versuchen, unterstützend mitzuwirken. «Es ist mir wichtig, in Zukunft nicht an der Quantität von meinen Vorstössen,
sondern an deren Qualität gemessen zu werden.»
Wichtig sind Binder Themen aus dem Bildungs- und dem Gesundheitsbereich. «Vor allem in der jetzigen Zeit zeigt sich, wie wichtig ein gut funktionierendes Gesundheitssystem ist. Dieses muss unbedingt gestärkt werden», ist Binder überzeugt.
Auch die wirtschaftliche Entwicklung erachtet sie als eine grosse Herausforderung. «Das 2021 wird hoffentlich viele Verbesserungen in allen Bereichen bringen», sagt Binder, weiss aber auch: «Es braucht immer noch grosse Anstrengungen und Verzicht von uns allen, um dies zu erreichen.»
Einsetzen will sich Binder für des Gesundheitszentrum Fricktal und dessen langfristige Zukunft. Auch die Bildung mit
der zukünftigen Mittelschule und dem Berufsbildungszentrum und die Sicherung von Arbeitsplätzen sind für sie wichtige Themen. Sie möchte sich zudem generell dafür einsetzen, «dass das Fricktal nicht zu kurz kommt und selbstbewusst wahrgenommen wird».

Thomas Wehrli

Meine Wahlversprechen, an denen sich mein Engagement im Grossen Rat messen lassen:
Ich werde mich einsetzen für einen solidarischen, sozialen und ökologischen Kanton Aargau mit …

Stacks Image 268
… einem guten Bildungssystem mit genügend Ressourcen.
Als Lehrerin mit langjähriger Berufserfahrung auf den verschiedensten Schulstufen bin ich überzeugt, dass es sich lohnt, konstant in die Bildung zu investieren, damit wir mit unserem dualen Bildungssystem erfolgreich bleiben können. Dies beinhaltet auch Investitionen in die Weiterbildung und Umschulung, so dass alle im ersten Arbeitsmarkt bleiben können. In diesem Bereich muss die Wirtschaft mehr Verantwortung übernehmen, wie sie auch generell mehr in ethischen und moralischen Grundsätzen aktiv werden muss.

Stacks Image 274
… wirkungsvollem Klimaschutz.
Erneuerbare Energien sollen noch mehr gefördert werden.
Massnahmen zu mehr Biodiversität müssen umgesetzt werden, damit auch unsere Kinder noch in einer intakten Umwelt leben dürfen.

Stacks Image 272
… einem bezahlbaren Gesundheitswesen für alle.
Unser gutes Gesundheitssystem muss für alle finanzierbar sein und bleiben. Aus Sparmassnahmen darf auf keinen Fall eine Zweiklassenmedizin entstehen.

Stacks Image 270
… Gleichberechtigung für Frau und Mann.
Diskussionslos muss für gleiche Arbeit gleicher Lohn bezahlt werden! Es kann nicht sein, dass in der heutigen Zeit die sogenannten unerklärbaren Lohnunterschiede wiederum zunehmen. Eine gesetzliche Ueberprüfungspflicht für alle Firmen ist dabei unabdingbar.

Auch in der momentan schwierigen Situation der Corona-Pandemie sind all diese Themen von grosser Bedeutung.
Stacks Image 217